Zu den Ereignissen am 12. Dezember 2025 in Essen-Kray

Zu den Ereignissen am 12. Dezember 2025 in Essen-Kray

Statement

Am Freitag, den 12. Dezember 2025, zeigte sich erneut, wie gefährlich falsch der Umgang der Polizei mit Neonazis in Essen ist. Vor dem Treffpunkt der Partei „Die Heimat“ in der Marienstraße 66A fand eine Versammlung statt – dieses Mal organisiert vom Stadtteilbündnis Kray ist bunt. Wir begrüßen grundsätzlich jedes Engagement, das sich klar gegen Neonazis stellt. Dennoch müssen wir deutlich sagen: Was an diesem Abend geschah, darf sich nicht wiederholen.

Nachdem die Polizei die Versammlung zunächst durch Hamburger Gitter von den Nazis getrennt hatte, ließ sie kurze Zeit später mehrere bekannte Neonazis – darunter Raik Helm, Claus Cremer, Justin Übernickel oder Elias Bialas – auf die Versammlungsfläche. Damit hat die Polizei die nachbarschaftliche Kundgebung bewusst gefährdet und die Gewalt, die von den Nazis ausgeht, billigend in Kauf genommen. Noch schwerer wiegt, dass die Nazis auf der Fläche blieben, geduldet durch die Polizei und ohne konsequentes Einschreiten der Versammlungsleitung. Anstatt die rechtsextremen Störer zu verweisen, wurden Gespräche versucht. Doch mit Neonazis gibt es nichts zu diskutieren. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Jeder Versuch des Dialogs verschiebt die Grenze des Sagbaren. Und zwar zu ihren Gunsten.

Für Essen stellt sich quer ist das inakzeptabel. Eine antifaschistische Versammlung verliert ihren Schutzraum, wenn dort Menschen geduldet werden, die andere bedrohen, angreifen und einschüchtern. Unsere Kundgebungen sind Orte der Solidarität und des Widerstands – niemals Plattformen für Faschisten. Wir schaffen Sicherheit für alle, die sich Nazis entgegenstellen, und ziehen eine klare Grenze: Mit Neonazis spricht man nicht, man stellt sich ihnen entgegen.

Wir fordern von der Polizei, endlich zu handeln und antifaschistische Versammlungen zu schützen – statt sie zu gefährden. Wer Nazis gewähren lässt, schwächt den demokratischen Zusammenhalt. Essen stellt sich quer bleibt laut, klar und solidarisch: In Essen ist kein Platz für Neonazis. Nicht auf unseren Straßen, nicht auf unseren Versammlungen, nicht in dieser Stadt.

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