Heimat, Hitler, Holocaust: Rechte unter sich

Heimat, Hitler, Holocaust: Rechte unter sich

Geplante Wegstrecke der Essener „Gelbwesten“

Seit Tagen halten die Proteste der «Gilet Jaunes», der sogenannten Gelbwesten, Frankreich in Atem. Ursprünglich protestierte die sehr junge und breite Bewegung gegen zu hohe Spritpreise. Inzwischen aber hat sie sich neben der Reformpolitik des französischen Staatsoberhaupts auch ein ganz konkretes Ziel gesetzt: Die Abwahl von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron selbst. Auf vielen Spruchbändern ist inzwischen «Macron démission!», „Macron Rücktritt!“ zu lesen. Kein Wunder, dass sich die französische Rechte unter Federführung von Marine Le Pen inzwischen eifrig anbiedert und den Fokus der Bewegung ganz entschieden mit beeinflusst.

Die deutsche Rechte blickt derweil neidisch auf die brennenden Autoreifen und Barrikaden im Nachbarland und versucht die Gelbwesten-Bewegung nun auch hierzulande zu verankern. Das rechtsradikale Männerbündnis „Frauenbündnis Kandel“ hat sich sogar bemüßigt gefühlt über die Grenze zu fahren und deutschlandfahneschwenkend mit zu protestieren. Wogegen genau, wurde nicht so klar: Gegen die Erhöhung der Spritpreise, die in Deutschland gar nicht anstehen? Für den Rücktritt von Macron, obwohl es sie nicht betrifft? Oder doch gegen Angela Merkel, obwohl das in Frankreich nichts bringt?

Für den 01.12.2018 ruft nun auch eine Essener Gruppe „Ruhrgebiet/Essen wird Gelb“ [sic] dazu auf, sich eine gelbe Weste anzuziehen und durch die Essener Innenstadt zu marschieren. Die Gruppe plant, vom Südausgang des Hauptbahnhofs über die Freiheit, die Kruppstraße entlang zum Bismarckplatz, dann nach Norden in die Hindenburgstraße, nach der Bahnunterführung nach Osten in die Hachestraße, um dann über den Willy-Brandt-Platz durch die Kettwiger Straße bis zum Burgplatz zu laufen. Also einmal um den Pudding. Angemeldet ist diese Versammlung (immerhin will man sich nicht nur uniform kleiden, sondern explizit gegen den UN-Migrationspakt demonstrieren, möchte also Meinung bekunden) selbstverständlich nicht.

In der Essener Gelbwesten-Gruppe tummeln sich jedoch nicht, wie man vielleicht meinen könnte, einfach nur ein paar vereinsamte Elendsgestalten, die vom Sturz der Regierung träumen, sondern waschechte Nazis, Rechtsradikale, Hitler-Verehrer*innen und Holocaustrelativierer*innen. Neben allerlei Belanglosem, persönlichen Geschichten, grausigen Sprachnachrichten und Rezept-Ideen für das nächste Mittagessen, geht es auch ziemlich zur Sache. Dies möchten wir im Folgenden mit ein paar Screenshot aus der Telegram-Gruppe (Telegram ist sowas wie Whatsapp, in dem die Vorbereitungen stattfinden) der Gelbwesten dokumentieren.

Man wünscht sich einen „Strick“ für Merkel:

„Hitler wurde nur missverstanden“:

Der verurteilten wiederholten Holocaust-Leugnerin, die derzeit in der JVA in Bielefeld sitzt und eine Märtyrerin für die deutsche Neonazi-Szene ist, spricht man Respekt zu:

Es werden zutiefst antisemitische Artikel geteilt:

Dem „armen Hitler“ seine Währung:

Aber natürlich wird auch der Holocaust relativiert:

Den Krieg, das meint jede*r Nazi, habe man eigentlich gewonnen:

Selbstverständlich darf die antisemitische Dämonisierung von Israel nicht fehlen:

Selbst zur Rolle der Frau in politischen Kontexten hat die Gurkentruppe ein Bonmot parat:

 

Fazit:
Bei den deutschen Gelbwesten und besonders ihrem Essener Ableger handelt es sich um ein Projekt von Rechtsradikalen und Neonazis, die unverholen antisemitisch, holocaustrelativierend und hitlerverehrend sind.

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