Gleich und gleich gesellt sich gern

Gleich und gleich gesellt sich gern

Die Problemjungs aus Essen-Steele haben heute prominente Unterstützung bekommen. Dominik Horst Roeseler, Stadtrat in Mönchengladbach (fraktionslos, früher für die inzwischen aufgelöste rechtsextreme Partei „ProNRW“) , kam eigens angereist, um die Demonstration zu begleiten.

Rechte Unterstützung aus Mönchengladbach

Roeseler ist schon lange kein unbekanntes Gesicht mehr. Er war federführend bei der Gründung der „Hooligans gegen Salafisten“ beteiligt und Anmelder der Demonstration der HoGeSa in Köln, bei der es zu massiven Ausschreitungen kam. Die Bilder des umgestürzten Polizei-Wagens gingen durch die gesamten deutschen Medien. Inzwischen ist er der Kopf der rechtsradikalen Gruppe „Mönchengladbach steht auf“. Einer Gruppe, die bei der massiven Gewaltausschreitung am 26. November 2018 in Düsseldorf beteiligt war und bei der Gegendemonstrant*innen körperlich angegriffen wurden. Sein letztes Projekt, die „Gelbwesten Mönchengladbach„, bei dem versucht wurde Protest nach französischem Vorbild auf die Straße zu tragen, scheiterte krachend und musste vergangene Woche aufgrund marginaler Teilnehmer*innenzahlen von in Spitzenzeiten nur 30 Personen eingestellt werden. Im Juni plant Roeseler eine Versammlung unter dem Motto „Wir wollen keine Salafisten“ vor einer Mönchengladbacher Moschee.

Dass Roeseler an der Veranstaltung teilgenommen und sie dokumentiert hat, war kein Zufall. Roeseler dazu selbst: „Wir haben das extra im Vorfeld abgesprochen mit den Steeler Jungs, ob es erlaubt ist, ob die das wollen. Und sie haben eben ihr Einverständnis gegeben, dass wir das Ganze heut mal hier mit nem Stream und live mit der Kamera verfolgen.“ Offenbar also haben die „Steeler Jungs“, die sich nach außen gerne unpolitisch und als „nicht rechts“ darstellen, keinerlei Berührungsängste mit klar dem rechten Spektrum zugehörigen Personen.

Rechte Unterstützung aus Düsseldorf

Das zeigt sich auch an Ralf Nieland von der rechtsradikalen „Bruderschaft Deutschland“ aus Düsseldorf, der abermals an der Versammlung teilgenommen hat. Die „Bruderschaft Deutschland“ war ebenfalls an dem Übergriff auf Gegendemonstrat*innen in Düsseldorf beteiligt. Auf Fotos ist zu erkennen, wie Nieland eine Person bei dem Angriff ins Gesicht schlägt.

Die Truppe um Nieland gelang kürzlich zu unerwartetem Ruhm im Netz, nachdem sie sich mit einem mit einigen Rechtschreibfehlern gespickten Transparent in Szene gesetzt hatten. Kurz darauf entstand ein regelrechter Wettbewerb darum, was besser hätte auf den Transparenten stehen sollen. Ralf Nieland gab sich danach noch die Blöße die Ideengeber für die Transparente zu bedrohen.

Kriminalisierung von Gegenprotest

Eine aufrichtige Passantin, die den Auftritt der „Steeler Jungs“ mit der Parole „Nazis raus!“ lautstark im Vorbeigehen kommentierte, sieht sich nun einer Anzeige ausgesetzt. Sie zeigte den Mittelfinger in Richtung der Gruppe. Auf Drängen der „Steeler Jungs“ hin hat die Polizei die Personalien der Steelerin aufgenommen und danach eine Anzeige wegen Beleidigung von einem der Problem-Jungs, Dirk B., aufgenommen. Eine äußerst fragwürdige Aktion, denn so etwas ist von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Als die Teilnehmerin Nicole B. einen Hitlergruß auf einer Versammlung der „Steeler Jungs“ zeigte, agierte die Polizei deutlich verhaltener. Die Person wurde nicht direkt gestoppt und die Personalien aufgenommen. Wieder einmal muss die Frage gestellt werden, weswegen die Polizei Versammlungen mit zweierlei Maß misst.

Die sich besonders gerne als „Beschützer“ von Frauen aufspielenden „Steeler Jungs“ indes bezeichneten die Passantin derweil mehrfach als „Fotze“ oder „Zeckenfotze“. Einer der Teilnehmer wollte, laut eigener Aussage, „nen Stuhl vorn Kopf der Fotze“ werfen.

Als Bündnis Essen stellt sich quer steht möchten wir uns bei dieser aufrichtigen Passantin für ihren Mut und ihr Engagement bedanken. Wie wichtig es ist, sich konsequent gegen rechte Umtriebe zu stellen, zeigen die nicht abreißen wollenden Vorfälle der „Steeler Jungs“ eindrücklich: Wer schweigt, begünstigt das Wachsen rechter Strukturen. Wer schweigt nimmt hin. Und erst durch ein solches Klima können rechte Ideologien wachsen und gedeihen.

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