Redebeitrag der LSV

Redebeitrag der LSV

Im Folgenden dokumentieren wir die von Nikolaj Grünwald für die LandesschülerInnenvertretung NRW gehaltene Rede auf unserer Kundgebung gegen rechten Terror. Vielen Dank an die LSV!

Hallo zusammen, ich freue mich, dass ihr heute da seid. Ich spreche für die Landesschüler*innenvertretung NRW, die Vertretung der rund 2,5 Millionen Schüler*innen in Nordrhein-Westfalen. In Gedenken an die Opfer des fremdenfeindlichen Anschlags in Essen und Bottrop möchte ich mit Euch aufrufen für eine Schule, die sich klar positioniert gegen rechte Hetze und gegen Ideologien der Ungleichwertigkeit. Ich fordere mit euch eine Schule, die sich mutig bekennt zu Solidarität, Emanzipation und Demokratie und kein Blatt vor den Mund nimmt, wo sich Hass als Politik verkleidet. Ich fordere eine Schule, die erkannt hat: Nur weil sich Menschenverachtung Sitze im Land- und Bundestag schnappt, ist sie nicht demokratisch! Lehrer*innen haben das Recht und die Pflicht, sich gegen rechte Hetze zu positionieren, gegen Politiker*innen, die Hass schüren und Menschenverachtung zu einer politischen Option machen wollen.

Im Jahr 2018 machte die AfD in Hamburg Schlagzeilen, weil sie die “Ideologie” aus den Schulen verbannen wollte. Mit einem Meldeportal, ihr Plan: Schüler*innen sollten ihre Lehrer*innen denunzieren, wenn sie sich kritisch zur AfD äußern. Damit wollte die AfD Lehrer*innen verunsichern und ihnen Angst machen: Demokratie, Würde und Gleichheit der Menschen nennt sie kurzerhand “Ideologie” und fordert, ihren Hass und ihre Hetze in Klassenzimmern ausbreiten zu dürfen! Das nennt sie “politische Neutralität”. Das ist eine Lüge! Die Landesschüler*innenvertretung NRW fordert: Keinen Fußbreit dem Faschismus! Rechte Hetze muss draußen bleiben und darf nicht auf den Pausenhof. Wir haben gesagt, sagen und werden sagen: “AfD-Politik ist schüler*innenfeindliche Politik.“

Im Herzen der Gewalt angekommen, da ist es hässlich. Von Anfang an dürfen wir deshalb Menschenhass keinen Raum geben, müssen die Schule zu einem Ort des Miteinanders und der gegenseitigen Achtung machen. Deshalb müssen wir in der Schule rechte Demagogie ächten. Die vermeintlich unpolitische Schule der politischen Rechten, die “neutrale Schule” der AfD, ist politisch blind für gefährlichen Menschenhass und Lügen, die Gewalt sind und die – unwidersprochen – in körperlicher Gewalt gipfeln müssen! Keine “politisch neutrale” Schule wollen wir, sondern eine demokratische Schule fordern wir! Und wir fordern die Landesregierung auf, sich mit uns zu bekennen für eine antifaschistische Schule. Wir fordern die Landesregierung auf, den Lehrer*innen dieses Landes Rückhalt zu garantieren: Die Verteidigung des Menschen gegen Rassismus, Antisemitismus, Homo- und Transphobie und der Menschenfeindlichkeit jeder Art ist die Pflicht jeder*jedes Demokrat*in, besonders im Staatsdienst.

Wir rufen alle Schüler*innenvertretungen in NRW und die Landesschüler*innenvertretungen der anderen Bundesländer auf, sich mit uns zum Antifaschismus zu bekennen. Wir können es uns nicht leisten, unbeteiligt zu bleiben. Wir und alle Kinder und Jugendlichen können es uns nicht mehr leisten, unpolitisch zu sein. Jetzt müssen wir einstehen für Demokratisierung und Linksruck, bevor wir verlernt haben, Demokratie zu denken! Dankeschön!

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